Die Kraft der Kleinbauern: Wieso kleine Betriebe die Zukunft der Landwirtschaft gestalten

von Marina Voshard

Kleinbauernkooperativen-Limbua

Kleinbauern und Kleinbäuerinnen sind die Held:innen der Landwirtschaft! Sie bauen auf kleinen Flächen oder in Gemeinschaftsgärten Obst, Gemüse und andere Lebensmittel an. Sie machen die Lebensmittelproduktion nachhaltiger und fairer, indem sie auf ökologische Anbaumethoden setzen, die die biologische Vielfalt erhalten und unsere natürlichen Ressourcen schützen.

Worum es kleinbäuerlichen Betrieben im Detail geht und warum sie so wichtig für eine zukunftsorientierte Landwirtschaft sind, erfährst Du in diesem Beitrag.

Warum sind uns Kleinbauern und -bäuerinnen wichtig?

Wir beziehen viele Produkte von kleinbäuerlichen Betrieben. Entweder direkt vom Bauern oder der Bäuerin selbst oder über Initiativen, die kleinbäuerliche Betriebe in bestimmten Regionen unterstützen und ihre Produkte vertreiben. Warum wir das tun, beschreibt unser Gründer Balint so:

“Es gibt so viele Produzent:innen, die besondere Produkte anbieten, aber selbst die Regale in Bio-Läden sind meist alle mit der gleichen Auswahl bestückt. Häufig ist es auch hier schwer herauszufinden, wo ein Produkt tatsächlich herkommt. Kleinere Produzent:innen und Manufakturen zu supporten, ihnen eine Plattform für Reichweite und Sichtbarkeit zu geben und so mehr Vielfalt und Genuss in die Welt zu bringen, das ist seit Tag 1 unsere Mission. Was viele nicht wissen: Etwa drei Viertel aller globalen Lebensmittel werden von Kleinbauern und Kleinbäuerinnen produziert, sie sind das Rückgrat der Welternährung.”

Initiativen unterstützen

Viele der Initiativen, mit denen wir zusammenarbeiten, leisten wichtige Entwicklungsarbeit für Kleinbauernhöfe. Sie helfen Landwirt:innen dabei, ihren Betrieb auf Bio-Landwirtschaft umzustellen – durch Fortbildungsangebote, indem sie Infrastruktur ausbauen und zum Beispiel den Bedarf an landwirtschaftlichen Maschinen decken.

Eine davon ist zum Beispiel die Initiative gebana, über die wir unsere Bio Paranüsse beziehen. Die Nüsse stammen aus der kleinen Kooperative COOPAVAM in der brasilianischen Amazonas-Region, die über 400 indigene Sammler:innen mit einem sicheren Einkommen versorgt. Als Fairtrade-Pionier ebnete gebana als erster Abnehmer den Weg der Nüsse bis nach Europa – und damit in unser Sortiment. Die Kooperative hat dadurch die Möglichkeit sich weiterzuentwickeln und organisch zu wachsen.

Wir finden es wichtig, darüber aufzuklären, wo genau ein Produkt herkommt. Deshalb findest Du auf den Produktseiten in unserem Shop auch immer die Information zu den jeweiligen Lieferanten und Lieferantinnen.

Kleinbauern versus herkömmliche Landwirtschaft – was sind die Unterschiede?

Kleinbauern-Mango Kasana

Kleine vs. große Flächen

Den ersten Unterschied verrät schon der Name: Kleinbauern und Kleinbäuerinnen arbeiten auf kleineren Flächen, während in der herkömmlichen Landwirtschaft großflächig angebaut und geerntet wird.

Vielfalt & Anbau

Große landwirtschaftliche Betriebe setzen meist auf Monokulturen, fokussieren sich also auf eine Pflanzenart. Kleinbäuerliche Betriebe vertrauen auf eine vielfältige Anbauweise in Mischkulturen. Sie verwenden dabei natürliche Ressourcen wie Kompost und Regenwasser. Damit machen sie die Landwirtschaft regenerativer, denn das Grundwasser und Böden werden auf natürliche und nachhaltige Weise geschützt.  Herkömmliche Landwirtschaft hingegen greift oft auf chemische Pestizide und Düngemittel zurück.

Tradition vs. Veränderung

Kleinbauern und Kleinbäuerinnen bewahren traditionelles Wissen und alte Pflanzensorten. Ihre Anbaumethoden ermöglichen eine vielfältige Anbauweise, was die Biodiversität fördert und das Ökosystem im Gleichgewicht hält. Das ist super, denn so können wir viele verschiedene Sorten an Lebensmitteln genießen. Herkömmliche Landwirtschaft sattelt oft auf moderne, genetisch veränderte Sorten um, um kostengünstig und ertragreich anbauen zu können. Nur so kann sie dem vorherrschenden Preisdruck standhalten. 

Sind Kleinbauern automatisch Bio-Bauern?

Kleinbauern und Kleinbäuerinnen sind also Expert:innen für nachhaltige und umweltfreundliche Anbaumethoden. Das kennen wir doch auch aus der zertifizierten Bio-Landwirtschaft. Trotz vieler Gemeinsamkeiten sind Kleinbauern aber nicht automatisch Bio-Bauern.

Bio-Landwirtschaft verlangt zwar, dass auf den Einsatz von chemisch-synthetischen Düngemitteln und Pestiziden verzichtet und stattdessen auf natürliche Ressourcen und biologische Methoden gesetzt wird – genauso wie es kleinbäuerliche Betriebe in der Regel tun. Es gibt jedoch viele Kleinbauern und Kleinbäuerinnen, die nachhaltige und umweltfreundliche Praktiken anwenden, ohne dabei zertifiziert "bio” zu sein. Andersherum gibt es auch kleinbäuerliche Betriebe, die weniger traditionell und nachhaltig arbeiten.

Die Kraft der Kleinbauern: kleine Betriebe sind die Zukunft der Landwirtschaft

Herausforderungen und Bedrohungen für Kleinbauern und Kleinbäuerinnen

Landraub und Landkonflikte

Stell Dir vor, Du bewirtschaftest ein Stück Land, das seit Generationen von Deinen Vorfahren genutzt wird. Plötzlich kommt ein großes Unternehmen, das möglicherweise mit der Regierung einen Deal gemacht hat und erhebt Anspruch auf diese Fläche. Von heute auf morgen wird Dir ohne Entschädigung Deine Existenzgrundlage weggenommen. Das nennt man Landraub. Landraub stellt eine Bedrohung für viele kleinbäuerliche Betriebe dar und führt oft zur Vertreibung und zur Verarmung ländlicher Gemeinschaften. Landraub gefährdet die Ernährungssicherheit, da Kleinbauern und Kleinbäuerinnen oft die Hauptproduzenten von Nahrungsmitteln sind. Darüber hinaus geht mit dem Verlust des Landes auch der Verlust traditionellen Wissens und kultureller Identität einher.

Klimawandel und extreme Wetterereignisse

Kaum eine Branche wird regelmäßig von den Auswirkungen des Klimawandels getroffen wie die Landwirtschaft. Die steigenden Temperaturen, unregelmäßige Niederschläge, Dürren, Überschwemmungen und extreme Wetterereignisse beeinträchtigen die Ernteerträge, führen zu Ernteausfällen und erhöhen das Risiko von Krankheiten und Schädlingen. Kleinbauern und Kleinbäuerinnen haben oft begrenzte Ressourcen und weniger Zugang zu Finanzierungsmöglichkeiten, um sich an den Klimawandel anzupassen und sich vor den Folgen zu schützen.

Unterstützung und Förderung von Kleinbauern

Kleinbauern-Limbua

Zum Glück gibt es aber einen Lichtblick: Verschiedene Förderungen unterstützen die Arbeit von Kleinbauern und Kleinbäuerinnen. Dazu gehören finanzielle Unterstützung, Schulungen, technische Beratung und der Zugang zu Märkten. Regierungen, NGOs und internationale Organisationen bieten Programme an, um kleinbäuerliche Betriebe bei der Steigerung ihrer Produktivität, der Anpassung an den Klimawandel und der Verbesserung ihrer Lebensgrundlage zu unterstützen.

Was kannst Du tun?

Bei TARABAO bekommst Du viele Produkte direkt aus kleinbäuerlichen Betrieben und Initiativen die Kleinbauern und Kleinbäuerinnen unterstützen. Auf unseren Produktdetailseiten erfährst Du, ob das Produkt aus einem kleinbäuerlichen Betrieb kommt. Durch Deinen Kauf unterstützt Du diese Betriebe und kurbelst die Nachfrage nach ihren Produkten an. Das ist ein wertvoller Beitrag zur Sicherstellung ihrer Existenz.

Ein weiterer Tipp: Schau Dich direkt vor Deiner Haustür um und finde heraus, ob und wo es Biomärkte in Deiner Nähe gibt oder ob Du sogar direkt auf einem Bauernhof einkaufen kannst.

Darüber hinaus kannst Du Dich über deine Wahlstimme oder ein Engagement für gerechtere Handelsbedingungen und eine nachhaltige Landwirtschaftspolitik einsetzen, um die Rechte und das Wohlergehen von Kleinbauern und Kleinbäuerinnen zu fördern.

 

BILDER

  • Titelbild und drittes Beitragsbild: Limbua Group (Macadamia)
  • Erstes und zweites Beitragsbild: Kasana (Mango)
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